2017

Sie schwärmen für Bienen
Sparkassenstiftung dankt regionalen Imkern mit ihrem Preis für Nachhaltigkeit Lüneburg.

Sie ist nach Rind und Schwein das drittwichtigste landwirtschaftliche Nutztier in Deutschland: die Biene. Was auf den ersten Blick unvorstellbar klingen mag, belegt der folgende Fakt: 90 Prozent aller Wild- und Kulturpflanzen sind darauf angewiesen, dass Bienen ihre Blüten bestäuben. Imker schwärmen daher nicht nur wegen des köstlichen Honigs von ihren Lieblingsinsekten – mit ihrer Arbeit sorgen sie gleichzeitig für das Überleben der fürs Ökosystem so wichtigen Tiere.
Seit dem Jahr 1875 gibt es den Kreisimkerverein Lüneburg, er zählt heute fast 270 Mitglieder. Die ehrenamtliche Arbeit der Imker belohnen nicht nur die Bienen selbst mit ihrem Honig – jetzt haben die Frauen und Männer auch einen Preis für ihr Engagement bekommen: den nach der 2005 verstorbenen Lüneburger Umweltschützerin und Kommunalpolitikerin Freyja Scholing benannten Preis für Nachhaltigkeit der Sparkassenstiftung Lüneburg.

Foto: t&w
Freyja-Scholing-Preisverleihung

Ob Erdbeeren, Birnen oder Kirschen, ob Gurken, Kürbis oder Bohnen: „Ein Drittel aller Obst- und Gemüsesorten sind von der Bestäubung der Bienen abhängig“, machte Renate Backhaus bei der feierlichen Preisverleihung in der Landkreisverwaltung deutlich. Die Vorsitzende des Förderfonds Nachhaltigkeit der Sparkassenstiftung dankte nicht nur den aktiven Imkern für ihren Einsatz, sondern rief auch Bal-kon- und Gartenbesitzer zum Schutz der Bienen auf: „Weg mit den Geranien, pflanzen wir Küchenkräuter wie Lavendel, Minze und Schnittlauch! Und statt Kirschlorbeer und Thuja im Garten lieber blühende Sträucher wie Johannisbeere oder Gelber Hartriegel. Davon haben Mensch und Biene etwas.“
Wie notwendig praktische Maßnahmen wie diese sind, machte Claudia Kutzick in ihren Dankesworten deutlich. „Wir müssen jedes Jahr mit einem Bienensterben von 20 bis 30 Prozent leben“, sagte die Vorsitzende des Kreisimkervereins. „Gäbe es diese Zusammenbrüche in einer anderen Nutztierhaltung, würde es einen Aufschrei geben.“ Aufgrund des massiven Insektensterbens in Höhe von 75 Prozent der Bio-masse seit den Neunziger Jahren fühlen sich die Imker nach ihren Worten aber nicht nur für ihre Honigbienen verantwortlich, sondern auch für Wildbienen, Hummeln, Wespen und Hornissen.
Die 2.500 Euro Preisgeld wolle der Verein unter anderem in die Förderung des Imkernachwuchses investieren.

Landkreis Lüneburg Landkreishaus Freyja-Scholing-Preisverleihung

Foto: t&w
Freyja-Scholing-Preisverleihung

Gemeinsam mit der Landkreisverwaltung arbeitet Claudia Kutzick an dem Projekt „Die Region Lüneburg summt“, und von der neusten Idee in Sachen Bienen berichtete Landrat Manfred Nahrstedt (SPD): Mit Unterstützung der Sparkassenstiftung Lüneburg verschenkt der Landkreis zu besonderen Anlässen Honiggläser mit Bienen-Maskottchen: „Mit diesem Etikett schaffen wir eine regionale Marke, die Imker aus Hansestadt und Landkreis nutzen können.“
Übrigens: Gemeinsam mit der Lüneburger Abwassergesellschaft unterhält der Imkerverein zwei öffentliche Bienenstände im Kurpark sowie einen im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum in Echem, und die Kurse in Sachen Grundwissen für Jungimker haben großen Zulauf: Allein in diesem Jahr haben die Mitglieder 55 neue Kolleginnen und Kollegen ausgebildet. Es summt also wirklich in Lüneburg und Umgebung.

Honige aus der Region Lüneburg enthalten keine Gifte des Jakobskreuzkrauts (JKK), die Pyrrolizidin-Alkaloide (PA).

Stellungnahme des Kreisimkervereins Lüneburg, Ludwig Schwab, Honigobmann zum Bericht „Gift im Jakobskreuzkraut“ LÜNEPOST vom 02.08.2017

LÜNEPOST vom Mittwoch, 16. August 2017

 

2016

Juli 2016
Regen trübt die Honig-Ernte – Landeszeitung vom 25.7.2016

Mai 2016 

Riesiger Bienenschwarm sorgt für Aufregung – Landeszeitung vom 25.5.2016
Riesiger Bienenschwarm sorgt für Aufregung

Kreisimkerverein wählt Claudia Kutzick zur Vorsitzenden – Landeszeitung vom 2.5.2016
http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/325215-kreisimkerverein-waehlt-claudia-kutzick-zur-vorsitzenden

 

2015

März 2015 – Bienensterben 2014/2015 – waz.de

11.03.2015 – Lüneburger Imker optimistisch – LZ

2014

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Wo Königinnen verkauft werden....

Wo Königinnen verkauft werden….

 

Udo Kellner - Fahrlehrer und Honig-Opa

Udo Kellner – Fahrlehrer und Honig-Opa

 

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Weidenkätzchen hilft Bienen, LZ 06.03.2014

 

 

2013

quadrat 12 / 2013- Die Bienen vom Turm

Was macht das Bienenvolk vom Wasserturm im Winter? Freizeitimker Dr. Gerhard Fehrentz erläutert ihre Überlebenstaktik

30.08.2013- Schlechtes Jahr für die Bienen

Langer Winter und nasskaltes Frühjahr lassen Honigerträge um die Hälfte einbrechen

08.04.2013- Bienen müssen nicht verhungern

Landeszeitung: Wie Imker ihren Bienen über einen langen Winter helfen können

17.01.2013- Kampf den Parasiten

Imker Rainer Rodenwald setzt auf neue Methode, um Bienenvölker zu stärken

2012

19.11.2012- China-Honig auf dem Vormarsch

Chemikerin referiert vor Imkern (Herbstversammlung des Kreisimkervereins)

22.10.2012- Topergebnis nur bei Heidehonig

Regen lässt Calluna vulgaris blühen – aber vermiest Imkern die Gesamtbilanz

07.09.2012- Hoffnungstropfen Heide-Honig

Üppige Blüte lässt sehr guten Ertrag in einem insgesamt verregneten Imkerjahr erwarten

14.08.2012- Mais-Einöde regt Imker auf

Kritik an Mais-Produktion – Umsatteln auf Wildblumen böte Bienen genug Nahrung

05.08.2012- Die Stadt-Imker

Hobby voll im Trend – Ohne Fachwissen geht es jedoch nicht

07.07.2012- Imkerei auf dem Wasserturm

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12.06.2012- Honig schleudern und abfüllen

Landwirtschaftlich-technische Assistenten laden angehende Erzieher und Grundschulklassen zum „Bienenprojekt“ ein

04.04.2012- „Immerhin überleben 70 Prozent“

Bienenvölker von Milbe bedroht – Celler Wissenschaftler Dr. Otto Boecking referiert vor Lüneburger Kreisimkerverein

29.03.2012- „Führerschein für Imker“

Tausende Bienen sterben an Varroa-Milbe – Unwissenheit oft Ursache

2011

Umweltmesse Lüneburg, Clamartpark, 03/04.September 2011

Der Imkerverein stellt sich auf der Umweltmesse vor:
UMWELTMESSE LÜNEBURG 2011
(pdf)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Landeszeitung vom 26./27. Februar 2011 (Sonnabend/Sonntag), Nr. 48:


Foto: t & w (Landeszeitung)

Die Bienenkönigin aus Melbeck

Silke Helms ist Imkerin aus Leidenschaft – Expertin vermittelt ihr Wissen an Anfänger

ben Melbeck. Die Liebe zu den Bienen wurde Silke Helms in die Wiege gelegt. „Mein Vater war Hobby-Imker und mit meinem Opa habe ich als Kind stundenlang vor den Fluglöchern gehockt und die Insekten beobachtet.“ Auch jetzt will die 42-Jährige mit Kollege Gundolf Irle am Lehrstock bei Melbeck mal nach ihren Lieblingen sehen. Bei den besonders friedfertigen Bienen der Gattung Carnica geht das auch ohne Schutz.

Silke Helms hebt den Styropordeckel von der grünen Kiste. Unter einer halb durchsichtigen Plane zeichnet sich eine dunkle Fläche ab. Ganz warm ist es an dieser Stelle. „Etwa 20 Grad Celsius“, sagt Helms. „aber nur im Zentrum, wo die Königin sitzt, außen sind es nur um die fünf Grad.“ Dicht ruhen die Bienen während der Wintermonate beieinander, bilden eine sogenannte Wintertraube. Wärme erzeugen die Insekten, indem sie ihre Muskeln vibrieren lassen – sie zittern quasi.

Heizmaterial der Bienen ist der Honig, oder eine Zuckerlösung, die die Imker den Tieren als Ersatz anbieten, wenn sie den goldenen Saft im Herbst ernten. Der Honig eigener Bienen schmeckt am besten, sagt Irle: „Frei von Fremdstoffen, da weiß man einfach, was Sache ist.“ Der 44-Jährige hat seine Leidenschaft für die Insekten vor drei Jahren entdeckt, besuchte einen Anfänger-Kursus des Kreisimkervereins Lüneburg. Jetzt will Kursleiterin Silke Helms, ausgebildete Tierwirtschaftsmeisterin Fachrichtung Bienenhaltung, Einsteigern erneut das nötige Rüstzeug für ein eigenes Bienenvolk vermitteln. Im April soll das Seminar starten, von dem Irle sagt: „Man lernt die praktische Arbeit am Bienenvolk.“

Rähmchen drahten, Waben vorbereiten, Bienenzucht – all das vermittelt Silke Helms den Nachwuchsimkern anhand eines eigenen Jungvolkes, dass die Teilnehmer nach Kursende übernehmen können. Begonnen hat Irle mit einer Königin und etwa 2000 Bienen, heute nennt er mehrere Völker sein Eigen. Binnen eines Jahres können aus dem Start-Staat bis zu 50 000 Bienen werden, denn die Königin, die Weisel, legt im Sommer etwa 3000 Eier am Tag. „Die hat schon richtig Stress“, sagt Irle, „aber auch die anderen Bienen sind nicht viel besser dran.“

Einzige Aufgabe der männlichen Biene, der Drohne ist die Befruchtung der Königin. Auf dem sogenannten Hochzeitsflug begatten bis zu 30 Drohnen die Weisel, das reicht dann für ihr ganzes Leben. „Die Königin hat eine sogenannte Spermateka in der sie den Samen lagert, bis er gebraucht wird“, erklärt Imkerin Helms. Nach dem Hochzeitsflug werden die Drohnen aus dem Stock geworfen. „Weil sie nie gelernt haben, sich selbst zu ernähren, sterben sie.“ Helms nennt den Fachbegriff dieses makaber klingenden Ereignisses im Hochsommer: „Drohnenschlacht.“

Die Arbeiterinnen haben den abwechslungsreichsten Job. Im Laufe ihrer 46 Lebenstage sind sie zuerst für die Reinigung der Waben verantwortlich, sorgen für den Nachwuchs, bauen als Stockbienen neue Waben, sind Wächterin des Stocks und ab dem 20 Tag Flugbiene. „Drei bis fünf Kilometer fliegen die Bienen, um Pollen zu sammeln“, erklärt Silke Helms. Innerhalb eines Fluges, steuern die Bienen dabei nur eine Blütenart an – und sorgen so auch für die Vermehrung von Pflanzen. „Etwa 80 bis 90 Prozent aller Kulturpflanzen sind auf Bienenbestäubung angewiesen“, weiß die Imkerin. Bei Wildpflanzen könnten auch andere Insekten diese Aufgabe übernehmen.

Wird es zu eng im Bienenstaat, schwärmen die Bienen: das Volk teilt sich, die alte Königin verlässt mit einigen Arbeiterinnen den Stock und bezieht ein neues Quartier. Ausgewählt wird das neue Heim, – ganz demokratisch – nach Mehrheitsentscheid. Durch Tänze kommunizieren die Insekten untereinander. Silke Helms findet dieses Zusammenspiel der Bienen auch heute noch: „Faszinierend.“

Der Kreisimkerverein Lüneburg bietet einen Kursus für Imkeranfänger. Von April bis November erlernen die Teilnehmer an 15 Seminartagen alles, was sie für das faszinierende Hobby brauchen. Die Termine sind jeweils sonntags und dauern etwa drei Stunden. Eine Infoveranstaltung ist für den 6. März geplant. Anmeldungen und weitere Infos bei Joachim Schweikart, 041 31 / 455 31 oder per E-Mail: Imkerverein-LG@gmx.de